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Verfasst am 30.01.2019 um 13:28 Uhr

Invasive Arten – erkennen und eindämmen

Invasive Arten sind Tier- und Pflanzenarten, die sich in neuen Lebensräumen durchsetzen können. Im Naturschutz werden solche gebietsfremden Arten als invasiv bezeichnet, wenn sie unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, ökologische Gemeinschaften oder Biotope haben. So treten invasive Arten z.B. mit einheimischen Arten in Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen und verdrängen diese.

Riesenbärenklau

Wie werden invasive Arten verbreitet bzw. wie verbreiten sie sich?

  • wegen Klimaveränderung werden neue Lebensräume erobert, um Nahrung zu finden und sich vermehren zu können
  • über Transportwege, z. B. Schiffsverkehr
  • Verschleppung von Pflanzensamen
  • durch Samen im Vogelfutter
  • durch das Anpflanzen von nicht einheimischen Arten im Garten


Beispiele invasiver Tierarten

  • Hausmaus
  • Wanderratte (Herkunft aus Indien)
  • Spanische Nacktschnecke (Herkunft unklar, wird nicht vom Igel gefressen)
  • Ameisen
  • Waschbär
  • Nutria
  • Australische Marienkäfer (bedroht unseren heimischen Marienkäfer)
  • Chinesische Wollhandkrabbe
  • Roter Sumpfkrebs (gefährdet einheimische Flusskrebsarten)


Japanischer Knöterich

  • Beispiele invasiver Pflanzenarten
  • - Japanknöterich
  • - Staudenknöterich
  • - Indisches Springkraut
  • - Kanadische Goldrute
  • - Kanadisches Berufskraut
  • - Späte Traubenkirsche
  • - Jakobs Kreuzkraut
  • - Schmetterlingsflieder
  • - Riesenbärenklau
  • - Ambrosia




Was sollten die Vorstände Gartenvereinen tun?

  • Invasive Arten in der Gartenordnung mit aufnehmen, damit die Kenntnis darüber schriftlich festgelegt wird und nachgelesen werden kann
  • bei Gartenbegehungen auf invasive Arten achten und wenn nötig Gegenmaßnahmen ergreifen


Invasive Arten in Deutschland und EU
Allein in Deutschland sind mindestens 168 Tier- und Pflanzenarten bekannt, die nachweislich negative Auswirkungen haben – oder haben könnten. So viele Arten listet jedenfalls das Bundesamt für Naturschutz in seinem Managementhandbuch für invasive Arten auf. In der gesamten EU gehen Experten sogar von rund 12.000 gebietsfremden Arten aus, von denen etwa 15 Prozent als invasiv eingestuft werden, und damit potenziell Schäden ausrichten.


Was können wir gegen invasive Arten (Pflanzen) unternehmen?

  • sich zu invasiven Pflanzen und deren Eindämmung informieren
  • keine Pflanzen kaufen, die als invasiv beschrieben werden
  • keine Neophyten im Garten anpflanzen oder aussäen
  • keine Verbreitung
    • invasive Pflanzen nicht auf den Kompost, sondern zum Restmüll geben und
    • belastete Erde mit Wurzelresten nicht auf der Gartenfläche oder Umgebung ausbringen
  • größere Bestände eindämmen (z.B. Mahd, Ausstechen/Ausgraben der Wurzel)
  • Blütenstände vor der Samenbildung abschneiden


Häufig vorkommende invasive Pflanzenarten

Japanknöterich (Fallopia japonica)
Größe: 150-250 cm, Heimat: Japan, Ausläufer: bis zu 20 m lang
Indisches/Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera)
Größe: 200 cm, Heimat: Indien, Gebirge Himalaya
Pflanze: einjährige krautige Pflanze, Samenzahl: 1400 bis 4300
Kanadische Goldrute
Größe: 50-200 cm, Heimat: Nordamerika
mehrjährige krautige Pflanze, Samenzahl: 19.000 pro Stängel
Kanadisches Berufskraut/Katzenschweif
Größe: 30-100 cm, Heimat: Nordamerika
Wurzel: bis zu 1 m tief, Samenzahl: 25.000 bis 250.000
Späte Traubenkirsche
Gefährdung: verdrängt besonders im Wald heimische Gehölze

Größe: 30-100 cm, Wurzel: bis zu 1 m tief, Samenzahl: bis 150.000
Gefährlich für Pferde bei 40-80 g Frischpflanze pro kg Körpergewicht und für Rinder bei 40 g Frischpflanze pro kg Körpergewicht


Bärenklau/Riesenbärenklau/Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum)
Herkunft: Südosteuropa, Gebirge (Kaukasus), Pflanzenfamilie: Doldengewächse
Wuchshöhe: 2 bis 4 m, Blätter: 3 bis 5-teilig zerschnitten und auf der Unterseite behaart, Größe der Blätter bis zu einem Meter, Wurzel: Pfahlwurzel/Rübenförmige Speicherwurzel bis zu 60 cm tief, Alter: ist meist eine zweijährige, in seltenen Fällen eine mehrjährige Pflanze; nach dem Blühen und der  Fruchtbildung stirbt die Pflanze ab.

Blüte: von Juni bis August im zweiten Jahr
Samen: kann bis zu 40.000 Samen pro Pflanze erzeugen, können im Boden bis zu 7 Jahre keimfähig bleiben. Verbreitung der Samen bis zu 100m weit.
Verbreitung: nur generativ

Probleme: Es können Hautentzündungen durch den Pflanzensaft entstehen. Der Pflanzensaft enthält giftige Inhaltsstoffe (Furocumarine) und in Verbindung mit Sonnenlicht kann es zu schweren verbrennungsähnlichen Erscheinungen auf der Haut führen. Die gesamte Pflanze ist extrem giftig. Bekämpfung: Nur aus dem oberen Teil dem Vegetationskegel kann die Pflanze wieder austreiben, daher ist ein Abstechen und Ausgraben der Wurzel in 10 bis 15cm tiefe nötig. Der untere Teil der Wurzel verrottet im Boden. Entfernung der Blütenstände; Eine wiederholende Mahd führt nicht zum Absterben der Pflanze, sondern es kann sich hieraus eine Dauerstaude entstehen. Beste Bekämpfung ist im Frühjahr möglich
Ambrosia/beifußblättriges Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia)
Herkunft: Nordamerika, Pflanzenfamilie: Korbblütengewächse, Wuchshöhe:10 cm bis 150 cm, Blätter: beidseitig grün, dreifach fiederteilig gestielt, Spross: Durchmesser bis 4 cm, behaart, stark verzweigt, grün und nach intensiver Sonnenbestrahlung rot gefärbt, Wurzel: tief und verzweigt, Alter: ist eine einjährige Pflanze

Blüte: ab Ende Juli bilden sich Blüten, Bildung von Pollen in der unscheinbaren Blüte, dieser Pollen kann bei Allergien auslösen; bis zu 1 Millionen Pollen pro Pflanze, Samen: ab Mitte August werden bis zu 4.000 Samen produziert, die bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben. Verbreitung: nur generativ (von April bis August)

Probleme: sind die Pollen, die eingeatmet werden und die starke Allergien auslösen können, Bekämpfung: ausgraben, ausreißen
Verbreitung: über Vogelfutter, Verwechslung: ähnlich dem heimischen Gemeinen Beifuß, Studentenblume, weißen Gänsefuß

Sven Wachtmann, 26.01.2019

Vorstandsmitglied Fachberatung

Dokumente:
Invasive Arten
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